Kroatien ist klein an Fläche – aber riesig an Geschichten. Von Tesla und der Baška-Tafel bis zu Dubrovniks Stadtmauern und mehr als 1.200 Inseln: Dieses Land vereint Adriaparadies, römisches Erbe und WM-Märchen in einem kompakten Atlas. Unsere 26 Fakten führen dich von der Ston-Mauer über die Pelješac-Brücke bis zum „Museum of Broken Relationships“, erklären, warum die Krawatte kroatische Wurzeln hat – und wie ein Vier-Millionen-Land Fußballgiganten erschütterte. Perfekt, wenn du Reiseinspiration, Kulturwissen oder Gesprächsstoff suchst.
1 – Kroatien… das Vier-Millionen-Land, das WM-Giganten erschütterte
Aus einem Land mit nur rund vier Millionen Einwohnern kam eine Nationalelf, die den Thron der Großen ins Wanken brachte: Bei der WM 2018 in Russland erreichte Kroatien das Finale und verlor ehrenvoll gegen Frankreich (4:2). In Katar 2022 bewies das Team, dass es kein Zufall war, und holte nach dem Sieg über Marokko Platz drei. Noch erstaunlicher: Ausgehend von Rang 125 der FIFA-Weltrangliste nach der Unabhängigkeit gehört Kroatien heute stabil zu den Top-15 der Welt. Dieses Spannungsverhältnis zwischen kleiner Größe und großen Taten macht Kroatien zu einer der inspirierendsten Fußballgeschichten überhaupt.
2 – Kroatien… das kleine Land, das der Welt die Krawatte schenkte
Oft gilt die Krawatte als rein französische Ikone – ihre Wurzeln liegen jedoch im Kroatien des 17. Jahrhunderts. Kroatische Soldaten trugen im Dreißigjährigen Krieg markante Halstücher; die Franzosen waren so angetan, dass sie das Accessoire cravate nannten – abgeleitet von „Croat“. Aus dem Schlachtfeld gelangte der Trend an die Höfe Europas und wurde Teil festlicher Kleidung.
Heute feiert Kroatien den „Tag der Krawatte“ am 18. Oktober; 2003 wurde sogar das römische Amphitheater von Pula mit einer 808 Meter langen, riesigen Krawatte geschmückt – ein Kunstbild, das zeigt: Das weltweit verbreitetste Kleidungsstück hat kroatische Wurzeln.
3 – Nikola Tesla… der Elektrizitäts-Visionär aus einem kroatischen Dorf
In einer Sommernacht im Juli 1856 wurde Nikola Tesla im Dorf Smiljan in Nordkroatien geboren – und wurde später zu einem der größten Genies der Menschheitsgeschichte. Sein Vater war orthodoxer Priester, seine Mutter für ihre handwerkliche Erfindungsgabe bekannt – von ihr erbte er Fantasie und Einfallsreichtum. Von hier nahm ein Leben seinen Lauf, das der Welt den Wechselstrom, die Spule, den rotierenden Magnetfeldmotor und visionäre Ideen zur drahtlosen Energie brachte.
Heute ist sein Geburtsort ein Gedenk- und Wissenschaftszentrum mit dem Originalhaus, der Familienkirche und interaktiven Modellen seiner Erfindungen wie der Teslaspule. Besucher „lesen“ Tesla nicht nur, sie erleben, wie seine Ideen die Zivilisation elektrifizierten. Smiljan erinnert: Ein kleines kroatisches Dorf brachte ein Genie hervor, das Licht in jedes Haus trug.
4 – Kroatien… die Mauer, die Europa vor dem Osmanenstrom schützte
Vom 15. bis ins späte 19. Jahrhundert war Kroatien nicht nur ein kleiner Punkt auf der Balkan-Karte, sondern Europas vorgeschobener Schutzwall gegen die Osmanen. Die Habsburger errichteten 1553 die „Militärgrenze“ – einen Sicherheitsgürtel quer durch Kroatien, dessen Bewohner Land und Freiheiten erhielten, wenn sie als ständige Grenzsoldaten dienten.
Dieses Mosaik aus Kroaten, Serben, Walachen u.a. lebte über Jahrhunderte in Bereitschaft: Jeder Mann zwischen 16 und 66 Jahren war dienstpflichtig. Mit dem osmanischen Rückzug wurde die Zone schrittweise integriert und 1881 aufgehoben. Doch der Abdruck blieb: Studien zeigen, dass Regionen der „Militärgrenze“ bis heute eigene Entwicklungs- und politische Muster tragen – als Nachhall von Jahrhunderten am „heißen Rand“ Europas.
5 – Kroatisch… eine Sprache, die sich in vier Identitäten auffächerte
Kroatisch gehört zur südslawischen Sprachfamilie und ist dem Serbischen, Bosnischen und Montenegrinischen stark verwandt – Sprecher verstehen einander im Alltag problemlos. Unterschiede liegen in Details wie der Schrift (Kroatisch: ausschließlich lateinisch; Serbisch: lateinisch und kyrillisch) und im Wortschatz.
Nach dem Zerfall Jugoslawiens in den 1990ern wurde Sprache jedoch Identitätsfrage: Jedes Land betonte sein Idiom als eigenständiges Symbol der Nation. So wurde Sprache politisch – Wahl von Wörtern oder Schrift als kulturelle und staatliche Position. 2017 erinnerten Hunderte Intellektuelle mit der „Deklaration über die gemeinsame Sprache“ daran, wie gering die Unterschiede sind – und wie sehr der Konflikt politischer Natur ist.
6 – Steinmauern, die die Welt via Game of Thrones auf Kroatien aufmerksam machten
Dubrovniks Stadtmauern und Türme über der Adria wurden plötzlich zur berühmtesten Fantasie-Hauptstadt im Fernsehen: King’s Landing aus Game of Thrones. Seit Staffel 2 entstanden hier ikonische Szenen in Burgen und engen Gassen – Millionen sahen eine kroatische Stadt, oft ohne es zu wissen.
Der Effekt war enorm: Die Besucherzahlen stiegen von rund 500.000 auf über 1,5 Millionen jährlich, GoT-Thementouren wurden zu einer eigenen Branche. Heute wandeln Touristen durch die alten Gassen und erleben ein Spiel zwischen Realität und Fantasie, wo mittelalterliche Geschichte und Serien-Mythos ineinanderfließen.
7 – Krapina… das kleine Dorf, das die Geheimnisse der Neandertaler enthüllte
Im nordkroatischen Ort Krapina wurde eine der bedeutendsten Neandertaler-Stätten weltweit entdeckt. Seit 1899 kamen am Hügel Hušnjakovo rund 900 Knochenreste von über 80 Individuen zutage – datiert auf 125.000 bis 130.000 Jahre. Diese Fülle machte Krapina zu einem Schlüsselfenster in die Welt der Frühmenschen.
Besonders erstaunlich: Archäologen fanden Adlerkrallen mit Gravuren, die wohl als Schmuck dienten – ein Hinweis auf symbolisches Verhalten lange vor dem modernen Menschen. Heute präsentiert das Krapina-Neandertalermuseum (2010 eröffnet) diese Funde in interaktiven Ausstellungen, die Werkzeuge, Lebensweisen und Entwicklung des Neandertalers erfahrbar machen. So wurde aus einem beschaulichen Dorf ein Labor für die tiefste Menschheitsgeschichte.
8 – Osmanisches Erbe… Kroatiens Grenzen als dauerhafte Frontlinie
Im 16. und 17. Jahrhundert verlief in Kroatien die heiße Nahtstelle zwischen dem Osmanischen Reich und den Habsburgern. Spuren dieser Zeit prägen die Landschaft noch heute: Festungen wie Klis, Bihać oder Kostajnica wechselten mehrfach den Besitzer, Wachtürme aus Stein warnten vor Angriffen.
Doch die Einflüsse reichen über Architektur hinaus. Zahlreiche Orts- und Flussnamen tragen türkische Wurzeln, Alltagskultur und Sprache haben osmanische Einschläge bewahrt. So wurden Kroatiens Grenzregionen zu einem lebendigen Archiv des Konflikts zwischen Orient und Okzident, wo zerstörte Burgen und fremde Lehnwörter die Geschichte jahrhundertelanger Konfrontation erzählen.
9 – Ston… älteste Salinen Europas treffen auf die edelsten Austern
Auf der Halbinsel Pelješac liegen die Salinen von Ston – die ältesten noch betriebenen Europas, seit dem Mittelalter in Betrieb. Meerwasser verdunstet unter Sonne und Wind, zurück bleiben die Salzkrusten, die wie einst die Republik Dubrovnik Wohlstand sicherten.
Nur wenige Schritte entfernt wachsen die berühmten Austern von Mali Ston, die 2020 das EU-Herkunftssiegel (PDO) erhielten. In der geschützten Bucht reifen sie zu einer der besten Delikatessen der Welt heran. Jedes Jahr im März wird das mit einem Fest gefeiert, bei dem Besucher Salz und Austern gleichermaßen genießen. Ston ist damit Treffpunkt von historischem „weißem Gold“ und maritimer Spitzenküche.
10 – Das Paradies der Adria… Kroatiens Schatz der tausend Inseln
Entlang der kroatischen Küste erstreckt sich eines der reichsten Archipele der Welt: über 1.200 Inseln, Eilande und Felsen im Adriatischen Meer – doch nur 49 davon sind dauerhaft bewohnt. Krk ist die bevölkerungsreichste Insel, über eine Brücke mit dem Festland verbunden, während Cres die größte, aber kaum besiedelt ist.
Dieses Mosaik bietet alles: stille Fischerdörfer, versteckte Buchten, die nur per Boot erreichbar sind, und mondäne Resorts für Sonnenhungrige. Tauchen, Segeln oder Kajakfahren machen die Inselwelt zu einem Spielplatz zwischen unberührter Natur und modernem Tourismus. So wurde Kroatien mit seinen Inseln zu einem einzigartigen Paradies mitten in Europa.
11 – Luka Modrić… der Flüchtling, der Fußballgeschichte schrieb
Vom Flüchtlingskind der Balkankriege zum kroatischen Fußballidol: Luka Modrićs Karriere ist außergewöhnlich. 2018 brach er die Vorherrschaft von Messi und Ronaldo und gewann als erster Kroate den Ballon d’Or. Im gleichen Jahr führte er sein Land ins WM-Finale und schenkte einer Nation von nur 4 Millionen Menschen einen Moment globalen Stolzes.
Mit Real Madrid sammelte Modrić in 13 Jahren 28 Titel, darunter fünf Champions-League-Trophäen, bevor er 2025 nach Mailand wechselte. Sein Markenzeichen: die perfekte Mischung aus Übersicht, Härte und Führungsstärke im Mittelfeld. So gilt er nicht nur als bester kroatischer Spieler aller Zeiten, sondern als einer der größten Spielmacher in der Fußballgeschichte.
12 – Ein kleines Land zwischen Serbien und Bosnien… auf dem Weg zur Öffnung
Kroatien war stets ein Schnittpunkt der Mächte: Es wehrte im Süden die Osmanen ab, stand später unter Habsburg-Herrschaft und gehörte zu Jugoslawien. Diese Geschichte prägte es als Grenzland zwischen Balkan und Europa.
Im Unabhängigkeitskrieg (1991–1995) erlebte das Land brutale Belagerungen wie in Dubrovnik und Gräueltaten wie in Vukovar. Doch seit den 2000er Jahren fand es einen neuen Kurs: NATO-Mitglied, EU-Beitritt 2013 – Kroatien positioniert sich heute als Brücke zwischen Region und Westen.
Die Beziehungen zu Serbien und Bosnien sind noch immer belastet – Grenzfragen, Minderheitenrechte –, doch auch Handel, Tourismus und Kooperation wachsen. Kroatien zeigt so, wie aus Kriegsnarben vorsichtige Grundlagen für Dialog und Öffnung entstehen können.
13 – Kroatiens Flüsse… Lebensadern, die Strom erzeugen, bevor sie das Meer erreichen
Zwischen den Dinarischen Alpen und der Adria durchziehen Flüsse das Land und liefern erneuerbare Energie. Über ein Drittel des kroatischen Stroms stammt aus Wasserkraftwerken an Flüssen wie Drava und Sava – einer der höchsten Anteile in der EU.
Kraftwerke wie Varaždin und Čakovec an der Drau oder Gojak und Senj im Inland dienen nicht nur der Stromproduktion, sondern auch der Hochwasserkontrolle. Das Pumpspeicherwerk Velebit sorgt zusätzlich für Netzstabilität.
Doch es gibt Schattenseiten: Staustufen an der Drau gefährden Sedimenthaushalt und Flussökosysteme. Umweltschützer fordern daher einen Stopp neuer Projekte. Trotz Konflikten bleibt Kroatien ein Vorreiter, wie ein kleines Land seine Wassergeografie in eine Energiequelle verwandeln kann.
14 – Europas ungewöhnlichstes Museum… wo gescheiterte Lieben an den Wänden hängen
In Zagreb findet man ein Museum wie kein anderes: das „Museum of Broken Relationships“. Hier werden persönliche Gegenstände gescheiterter Liebesgeschichten ausgestellt – von Kuscheltieren und Liebesbriefen bis zu Alltagsobjekten, die zu Symbolen des Abschieds wurden. Jede Spende trägt eine kurze Geschichte, die Schmerz, Humor oder Wehmut spürbar macht.
Entstanden 2006 aus einem Kunstprojekt zweier kroatischer Künstler, wurde es 2010 zum festen Museum. Es erhielt internationale Preise wie den Kenneth Hudson Award 2011 für Europas innovativstes Museum und tourte mit Wanderausstellungen durch über 35 Länder. Seit 2024 gibt es sogar eine Filiale in Thailand.
Heute umfasst die Sammlung Tausende Objekte aus aller Welt – ein Ort, an dem Besucher lachen, weinen und nachdenken können. Der Beweis, dass persönlicher Schmerz zu Kunst und kollektiver Erfahrung werden kann.
15 – Die Pelješac-Brücke… als Kroatien endlich vereint war
Bis 2022 musste man von Dubrovnik ins übrige Kroatien über den bosnischen Neum-Korridor reisen – mit Grenzkontrollen, die das Land zerschnitten. Am 26. Juli 2022 änderte sich das mit der Eröffnung der 2,4 Kilometer langen Pelješac-Brücke. Ihr kühnes Kabeldesign verbindet den Süden direkt mit dem Festland.
Der Bau dauerte vier Jahre und wurde zu einem Symbol nationaler Einheit und europäischer Integration. Seit Fertigstellung der Zufahrtsstraßen 2023 ist die Brücke ein Motor für Wirtschaft und Tourismus – und eines der modernsten Infrastrukturprojekte des Balkans.
16 – Die Mauer von Ston… Europas kleine Version der Chinesischen Mauer
In der Stadt Ston auf der Halbinsel Pelješac erhebt sich eine der beeindruckendsten Befestigungen Europas: die Steinmauer von Ston. Sie wurde im Mittelalter errichtet, um die wertvollen Salzfelder – das „weiße Gold“ – sowie Austernbänke zu schützen.
Der Bau begann 1358 unter der Republik Dubrovnik. Ursprünglich über 7 Kilometer lang, sind heute noch etwa 5,5 Kilometer erhalten. Das System umfasst 40 Türme und 5 Festungen und gilt als die zweitlängste durchgehende Mauer der Welt – nach der Großen Mauer in China.
Heute ist sie nicht nur ein militärisches Relikt, sondern eine touristische Attraktion. Besucher wandeln auf den steinernen Wegen und erleben das Mittelalter hautnah – auf einer kroatischen Mini-Version der Chinesischen Mauer.
17 – Die Baška-Tafel… schriftliches Zeugnis der kroatischen Identität im 11. Jahrhundert
Auf der Insel Krk wurde 1851 in der kleinen Kirche der Heiligen Lucia eine monumentale Steinplatte entdeckt: die Baška-Tafel (Bašćanska ploča). Sie stammt aus dem 11. Jahrhundert und gilt als eines der ältesten erhaltenen Dokumente in glagolitischer Schrift – mit der ersten Erwähnung des Wortes „Kroatien“.
Die Tafel misst knapp zwei Meter in der Länge, einen Meter in der Höhe und wiegt rund 800 Kilo. Eingemeißelt ist eine Schenkung des Königs Zvonimir an das Kloster, samt Namen von Zeugen und Mönchen. Sie ist nicht nur religiöse Urkunde, sondern ein Meilenstein in Sprache und Nation.
Heute wird das Original in der Akademie der Wissenschaften und Künste in Zagreb aufbewahrt, während die Kirche eine Kopie zeigt. Zu Recht gilt die Tafel als „Geburtsurkunde der kroatischen Kultur“.
18 – Kroatische Küche… wenn Adria und Balkan auf einem Teller verschmelzen
Die kroatische Küche ist wie ihre Geografie: mediterrane Küsten und ein balkanisch geprägtes Hinterland. In Dalmatien und Istrien dominieren gegrillter Fisch mit Olivenöl und Rosmarin, Gerichte wie „Brudet“ (Fischeintopf mit Wein und Tomaten) oder schwarzer Risotto mit Sepia-Tinte.
Im Landesinneren dagegen zeigen sich osmanische und ungarische Einflüsse: Ćevapi (Balkan-Kebabs mit Brot und Zwiebeln), Sarma (Kohlrouladen mit Reis und Fleisch) oder Pašticada – langsam in Wein und Gemüse geschmortes Rindfleisch. Typisch ist auch die Zubereitung „Peka“, bei der Fleisch und Gemüse unter einer Metallglocke im Glutbett garen.
So vereint die kroatische Küche Einfachheit und Vielfalt: ein kulinarisches Abbild der langen kulturellen Reise des Landes.
19 – Kroatien… vier Millionen Einwohner, zwanzig Millionen Touristen
Obwohl das Land nur rund vier Millionen Einwohner zählt, empfängt Kroatien jährlich mehr als 20 Millionen Touristen – das Fünffache seiner Bevölkerung. Der Tourismus ist damit Rückgrat der Wirtschaft und bringt Milliarden Euro ein.
Das Geheimnis liegt an der 1.700 Kilometer langen Adriaküste mit über tausend Inseln: von Hvar und Brač mit ihrem Nachtleben bis zu stillen Buchten kleinerer Eilande. Städte wie Dubrovnik mit ihren Mauern, Split mit römischem Erbe oder Zadar mit seiner Mischung aus Alt und Neu sind weltbekannte Marken. Im Landesinneren locken Naturwunder wie die Plitvicer Seen oder die Krka-Wasserfälle.
So ist Kroatien zur „Perle der Adria“ geworden – ein Ziel, das mit Italien und Griechenland konkurriert und beweist, dass Größe nichts mit Anziehungskraft auf der touristischen Landkarte zu tun hat.
20 – Ein kleines Land mit großer Weltbühne
Trotz geringer Fläche und nur vier Millionen Einwohnern hat Kroatien international Gewicht. Die Adriaküste mit ihren 1.700 Kilometern und unzähligen Inseln macht es zu einer Natur-Ikone Europas, während Städte wie Dubrovnik, Split oder Zadar sowie Nationalparks wie Plitvicer Seen Weltruhm genießen.
Auch kulturell prägt Kroatien die Welt: Die Krawatte, Symbol globaler Eleganz, stammt von kroatischen Soldaten, und die Hunderasse Dalmatiner trägt den Namen des Landesteils. Der Erfinder Nikola Tesla wurde hier geboren und veränderte die Welt der Elektrizität.
Im Sport schrieb die Nationalmannschaft Fußballgeschichte mit zwei WM-Finalteilnahmen, während Delikatessen wie die Austern von Mali Ston oder die Trüffel Istriens den Gaumen der Feinschmecker erobern. So ist Kroatien eine Nation, die weit über ihre Grenzen hinausstrahlt.
21 – Glagolitisch… die kantige Schrift, die „Kroatien“ zum ersten Mal schrieb
Unter allen slawischen Völkern hielt sich Kroatien am längsten an der glagolitischen Schrift fest. Diese eckige Schrift wurde im 9. Jahrhundert von Kyrill und Method erfunden, um religiöse Texte in der Volkssprache zu verbreiten.
In Kroatien entstand eine eigene kantige Variante, die bis ins 19. Jahrhundert in Handschriften und Kirchenbüchern verwendet wurde – ein einzigartiges Phänomen im katholischen Europa. Sogar der Papst erlaubte den Kroaten 1248 die Liturgie auf Glagolitisch.
Noch heute lebt sie fort: in Steininschriften wie der Baška-Tafel oder im „Glagolitischen Pfad“ in Istrien, wo die Buchstaben als Monumente entlang der Straße stehen. Die Schrift gilt damit als „Geburtsurkunde der kroatischen Identität“.
22 – Pula… wenn die Arena zum Konzertsaal wird
Im Herzen der Stadt Pula erhebt sich eines der besterhaltenen römischen Amphitheater der Welt: die Arena von Pula. Erbaut im 1. Jahrhundert unter den Kaisern Vespasian und Titus, bot sie Platz für rund 20.000 Zuschauer, die Gladiatorenkämpfe und Spiele verfolgten.
Das Besondere: Sie ist das einzige Amphitheater, bei dem alle vier Seitentürme vollständig erhalten sind. Ihr monumentales Kalksteinrund erhebt sich an einem Hang mit Blick auf die Adria – eine Verbindung von Ingenieurskunst und Schönheit. Während früher Gladiatoren durch die Gänge schritten, zeigt die Ausstellung heute den Wein- und Olivenanbau der Region.
Doch die Arena lebt weiter: Heute finden hier Filmfestivals, Konzerte und Theateraufführungen statt. Damit ist die Arena von Pula nicht nur ein Denkmal römischer Macht, sondern auch eine Bühne für Kultur im 21. Jahrhundert.
23 – Wie Kroatien trotz kleiner Fläche ein großer Holzexporteur wurde
Kaum jemand erwartet, dass Kroatien ein Schwergewicht in der Holzindustrie ist. Doch Wälder bedecken 35–45 % der Landesfläche, nachhaltig bewirtschaftet seit Jahrhunderten. Vor allem die Eichenwälder Slawoniens sind weltweit begehrt.
Slawonische Eiche ist besonders hart und reich an Tanninen – ideal für Barriquefässer, die Spitzenweinen aus Frankreich oder Italien ihr Aroma verleihen. Daneben wird sie für edle Möbel oder Parkettböden exportiert.
So wurde Kroatien zu einem wichtigen Player im europäischen Holzhandel. Ein Beweis, dass selbst ein kleines Land mit seinen natürlichen Ressourcen globalen Einfluss entfalten kann.
24 – Von der Kuna zum Euro… Kroatiens Schritt ins Herz Europas
Über 30 Jahre lang war die Kuna Symbol der Eigenständigkeit. Doch am 1. Januar 2023 trat Kroatien der Eurozone bei – als 20. Mitgliedsstaat.
Der Umstieg war minutiös vorbereitet: fester Wechselkurs von 1 Euro = 7,53450 Kuna, doppelte Preisauszeichnung im Jahr 2023 und eine kurze Übergangszeit mit beiden Währungen. Befürchtungen über Preissteigerungen erwiesen sich als begrenzt.
Die Einführung brachte Stabilität bei Wechselkursen, reduzierte Transaktionsrisiken und erleichterte Investitionen und Handel. Damit war der Währungswechsel nicht nur ein ökonomischer, sondern auch ein politischer Akt der Integration in das Zentrum Europas.
25 – Kroatien Nr. 2? Wenn die halbe Nation im Ausland lebt
Kroatien zählt rund vier Millionen Einwohner – doch fast ebenso viele Kroaten und ihre Nachkommen leben im Ausland. Von Deutschland und Österreich bis Kanada, Australien und Argentinien spannt sich ein weltweites Netz kroatischer Gemeinschaften.
In den USA leben über eine Million Menschen kroatischer Herkunft, in Deutschland die größte aktive Diaspora Europas. In Australien und Lateinamerika bestehen seit dem frühen 20. Jahrhundert gewachsene Gemeinden, die ihre Sprache und Kultur bis heute pflegen.
Doch es geht nicht nur um Nostalgie: Rücküberweisungen aus dem Ausland belaufen sich auf mehr als fünf Milliarden Euro jährlich – fast sieben Prozent des BIP. Damit ist die Diaspora ein zweites Kroatien, das das Land mit Geld, Identität und globalen Verbindungen stärkt.
26 – Wofür ist Kroatien berühmt?
Kroatien gilt als Juwel der Adria – ein kleines Land mit über tausend Inseln und Stränden wie Zlatni Rat, Naturwundern wie den Plitvicer Seen oder den Krka-Wasserfällen. Historische Städte wie Dubrovnik und Split versetzen Besucher in das Mittelalter und die römische Antike.
Olivenöl von höchster Qualität und mediterrane Küche prägen die Genusskultur, während der traditionelle Klapa-Gesang von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt ist. Durch „Game of Thrones“, das in Dubrovnik gedreht wurde, erhielt das Land zudem weltweite Aufmerksamkeit.
So verbindet Kroatien Natur und Geschichte, Kulinarik und Popkultur – und zeigt sich als ein Reiseziel, das Wirklichkeit und Legende miteinander verschmelzen lässt.
Was bleibt?
Ob als Reiseziel, Kulturraum oder Sportnation: Kroatien spielt weit über seine Größe hinaus. Zwischen Adria-Inseln, mittelalterlichen Mauern und moderner Infrastruktur zeigt sich ein Land, das Herkunft bewahrt und Zukunft baut. Wenn dich eines der 26 Highlights gepackt hat, ist der nächste Schritt einfach: Karte öffnen, Termin setzen – und Kroatien live erleben.
